Montag, 31. Oktober 2016

Halloweenlauf Kobern Gondorf

Der Münz Kultlauf wird immer am 31.10 zu Halloween, Abends um 20:00, in Kobern Gondorf ausgetragen. Wie bereits im vergangenem Jahr ist Kobern Gondorf ein gutes "Pflaster" für mich. Letztes Jahr holte ich dort den AK Sieg in der M50, und in diesem Jahr schaffte ich wieder das Treppchen und landete überaus zufrieden auf dem zweiten Platz in der AK 50. Unter den ca. 200 Starter kam ich bereits auf Platz 14 ins Ziel. Gefreut hat mich zudem, dass ich meine Siegerzeit von 2015 um 20 Sekunden, in 41:20 Minuten über 10,2km, verbessern konnte.
Alles gegeben beim "Halloweenlauf" in Kobern - Gondorf (Bilder: münz sportbild)

Drei Seen Tour

Zum Gedenken an Ralf Schmitz
Der vergangene Sonntage verwöhnte uns mit herlichem Sonnenschein und überaus milden Temperaturen. Bevor nachmittags der Besuch des Oktoberfestes bei der Firma Koch in Westerburg anstand, mussten Michael und ich nochmals unsere MTB´s ausführen. Heute ging es mal in die Hessischen Gefilden. Die Umrundung der drei Seen: Dem Wiesensee, der Krombachtalsperre und dem Seeweier bei Mengerskirchem, meinem Geburtsort. Diese Tourenplanung schloss jedoch auch ordentliche Höhenmeter ein. Es galt einen der höchsten Erhebungen im Westerwald zu überfahren, dem Knoten der bereits über  der 600 Hm Marke liegt. 
3 Seen Tour ins Hesseland
Allerdings sind die Anstiege aufgrund ihrer Länge nicht sonderlich steil. In Mengerskirchen legten wir einen kurzen Zwichenstopp ein. Zum Gedenken, dem mit 44 Jahren verstorbenen Rapf Schmitz, stelten die engsten Freunde und Bekannten ein Kreuz mitten in die Wiesen zwischen Elsof und Mengerskirchen auf. Wer Ralf kennen lernen durfte der kann diese Geste, die in der Gemeinde Mengerskirchen durchaus zweigeteilt gesehen wird, verstehen. Ich kann mich glücklich schätzen denn wir verbrachten einige Jahre in unser Jugend miteinander. Das Kreuz trägt nicht nur den Namen von Ralf, sondern 3 weiteren Namen wurden auf den Schilden angebracht. Darunder auch Jo Blaha, ein Schulkamerat der, wie alle Vier,  zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Zum Sportlichen. Bei der Runde kamen wir immerhin auf ca. 50km und etwas mehr als 800Hm. Auf zum Oktoberfest!


Montag, 24. Oktober 2016

Wenn der Dreck nicht wäre :-(


Unterwegs nahe Höhn mit Maik und Michael
Wenn der Dreck nicht wäre, das nervt immer im Anschluss! So langsam gewöhne ich mich an das neue Rad. An der Sitzposition muss ich jedoch noch etwas justieren! Evtl. stimmt die Vorbaulänge noch nicht ganz, so die Einschätzung von Maik und auch Michael.  Weitere ging es Richtung Dreisbach, Höhn auf fast 520m ü.n.N über Hellenhahn zum Wiesensee und zurück nach Hergenroth. Ziemlich eingeschlammt und mit ordentlich kalten Füßen musste dann nur noch das Bike gesäubert werden.
Am Wochenende haben wir uns zu einer gemeinsamen Ausfahrt getroffen. Wenn es gegen den Winter zugeht muss man sich, vor allem beim Radfahren, wieder erst mal an das kalte Wetter gewöhnen. Aber, das gehört eben zum Outdoor-Sport dazu.Think positiv! Los ging es um 10:00 Uhr ab Hergenroth, über den Truppenübungsplatz, Bellingen, Richtung Dreifelder Weiher. Dort am Golfplatz vorbei und durch den Wald zur Alpenröder Hütte mit kurzem Stopp auf einen Kaffee.
Leider zogen wir hier den einen oder anderen skeptischen Blick auf uns, da wir doch recht ordentlich eingesaut waren. Dass ein Zwischenstopp bei kalten Temperaturen keine gute Idee ist, war uns allen bekannt.
Von See zu See, Wiesensee und Dreifelder Weiher
Folglich musste man sich bei der Weiterfahrt erst wieder „Warmfahren“. Auf dem Radweg parallel zu Nistertalstraße und anschließend über die Bahnhofsstraße hoch nach Stockum Püschen war man wieder auf Betriebstemperatur. Teilweise ließ sich dann auch mal die Sonne blicken das den z.T. kalten Wind erträglicher macht.

Montag, 17. Oktober 2016

Technisch aufgerüstet

Bin nun auch wieder geländetauglich mit einem TREK!
Ich glaube es liegt bereits fast 20 Jahre zurück, wo ich mir das erste MIT gekauft habe. Mittlerweils tut dieses alte Vehikel  noch immer seine Dienste. Jedoch steht es nicht mehr in unserer Garage, sondern in einem Keller in Aachen und Lucas nutzt es um sich in der Stadt sich fortzubewegen. Da das Rennradfahren im Winter nur bedingt Spaß auf der Straße macht und es zudem auch aus meiner Sicht nicht ungefährlich ist, welcher Autofahrer rechnet um die dunkle Jahreszeit mit Rennräder auf der Straße, musste ein geländegängiges Rad her. Crosser oder MTB stand zur Diskussion. Ich habe mich für ein MTB entschieden. Zum einen überwiegt für mich der Komfort, Aufrechter Sitzposition, Federgaben, Geländetauglichkeit und Robustheit  und zum anderen habe ich mehr vertrauen und Sicherheit beim Fahren, da man deutlich langsamer unterwegs ist, was meinen Sehvermögen entgegen kommt.
Der Fuhrpark, low middle "high" speed!


Die Wahl ist auf ein Trek Superfly 9.6 gefallen. Ein Kompromiss in Abwägung Kosten/Nutzen/Ausstattung/Preis. Letzterem sind heutzutage fast keine Grenzen gesetzt. Geärgert hat mich meine erste Online Bestellung bei Canyon.  Hier hatte ich sonntags ein Auslaufmodel von 2016 mit Preisreduzierung bestellt. Ich erhielt auch per Email eine Bestellbestätigung. Allerdings 3 Tage später einen Absage, „ Model leider ausverkauft….“ und Canyon bemühte sich auch nicht mir einen Alternative anzubieten um mich dennoch als Kunde zu gewinnen. Die Nachfrage über die Hotline eine absolute Katastrophe: 23 Minuten Wartezeit, inkompetenter Mittarbeiter und kein Entgegenkommen, kein Alternativangebot an mich. Enttäuschend und für mich als Marke gestorben.  Anschließend hab ich beim Händler in der Nähe, „Ebener“ gekauft. Ebener deswegen: Testräder, verschiedene Modelle im Laden, die man direkt fahren konnte. Gute Beratung, Modifikation [XT Kurbel 40/28] am bestehende Rad durchgeführt und Preis reduziert. Top!!! 10453

Donnerstag, 15. September 2016

Saisonabschluss in Remagen

Wie bereits im vergangenen Jahr hatte ich meinen Saisonabschluss beim Triathlon in Remagen.  Bei der olympischen Distanz geht es über 2,8km Rheinschwimmen mit der Strömung, 44km Rad auf einer selektiven Strecke in die Eifel und am Ende auf einem 3,5km langen Rundkurs entlang des Rheines, der drei Mal zu Laufen war.
....danke an s.klöckner für die bilder
Ca. eine Stunde vor dem Start gehen alle, fast 500 Starter, auf eine Rheinfähre, die normalerweise Die Eifel mit dem Westerwald verbindet. Am Startpunkt angekommen öffnet sich die Ausfahrrampe und in einzelnen Gruppen geht es ins Wasser. Bedingt durch die starke Strömung ergeben sich nicht als zu große Abstände nach der ersten Disziplin. Eine Vielzahl der Starter bewältigt die 2,8km zwischen 20 und 25 Minuten. Hatte ich im vergangenem Jahr doch einige Problem durch den Wellengang der vorbeifahrenden Schiffe so lief es diese Jahr deutlich bessser und nach 24:11 Minuten erreichte ich den Ausstieg. Bedingt durch den langen Laufweg in die Wechselzone hat es fast 4 Minuten gedauert bis ich auf dem Rad saß.
Auf dem selektiven Radkurs lief es nicht sonderlich gut.  An den Anstiegen musste ich mich doch etwas zurückhalten, da mir die Kraft fehlte.  Hier machten sich die 6 Wochen Zwangspause im Juni/Juli doch bemerkbar.  Hatte ich beim Schwimmen mich um 2,5 Min. gegenüber den Vorjahr verbessert, so brauchte ich auf dem Rad dieses Jahr fast 4 Minuten länger.
Ein super schneller Wechsel, in gerade mal 25 Sekunden,  und ein harter abschließender Lauf über 10,5km in 44:15 Min. lieferten fast exakt die gleiche Endzeit wie im Vorjahr.  In 2:37,55 Stunden passierte ich den Zielbogen. Platz 8 in meiner Altersklasse bei 55 Startern! Mit diesem Ergebnis kann ich sehr, sehr gut leben.

Montag, 15. August 2016

Triathlon 1.5/40/10 in Merzig

Im Mai hatte ich meine letzte sportliche Herausforderung, dem Westerwaldtriathlon in Dreifelden. Der Wettkampf zeigte mir das die Form stimmte. Vor allem beim abschließenden Lauf ging es richtig gut! In den darauffolgen 4 Wochen legte ich mehr Wert auf das Radfahren um Grundlagen für den anstehenden Alpenmarathon (Ötzi) zu schaffen. Doch leider kommt es auch mal anders als man denkt. Anfang Juni, stoppte eine überraschende OP meine sportlichen Ambitionen abrupt. Nach einer OP folgten 3 Wochen kein Sport, in der vierten bis sechsten Woche ganz leichtes Lauftraining und nach 6 Wochen erstmals wieder Radfahren und schwimmen. Die Form war weg und dem Alpenmarathon habe ich schweren Herzens abgesagt. Langesammer und körperschonender Formaufbau war nun angesagt.
Am vergangenen Sonntag war es dann wieder so weit. Der Triathlon Merzig mit der RSG Montabaur in der 2 RTV über die Olympische Distanz von 1.5/40/10 km stand auf dem Programm. Neun Wochen nach der „Reset OP“ kein leichtes Unterfangen.


Blick gerade aus! Der Weg ist das Ziel
Als erfahrungsgemäß mäßiger Schwimmer habe ich auf „kalte“ Wassertemperaturen gehofft, so dass man mit Neo schwimmen konnte. Ich wurde nicht enttäuscht! Die Saar hatte mollige 19,8°C. Der Neo gibt mir mehr Sicherheit beim Schwimmen und so verlief der erste Streckenabschnitt recht ordentlich. Zunächst flussaufwärts und der noch tiefstehenden Sonne entgegen zum Wendepunkt und dann wieder zurück. Die Sichtverhältnisse bis zum Wendepunkt waren bei ständigem Blendlicht, für mich nicht gerade ideal. Ein Blick auf die Uhr, 28:33 Minuten für die 1500m, beim Ausstieg bestätigte mir jedoch mein gutes Gefühl im Wasser. Schneller kann ich eigentlich auch nicht schwimmen.

Ein zügiger Wechsel und kaum 2 Minuten später auf  zum Radfahren. Vier Runden mit jeweils zwei 180° Wendepunkten auf eine fast komplett flachen Strecke. Auf den ersten drei Runden rollte es noch recht flott vorwärts, das Stundenmittel lag noch um die ~ 36km/h. Doch auf der letzen Runde fehlt dann die Kraftausdauer und am Ende sprang eine Zeit 1:08 Stunde rund 35,3km/h auf den 40km heraus. Ein ordentlicher Radsplitt am derzeitigen Limit.
Am Limit bei 28°C

Mittlerweile stand die Sonne hoch am Himmel und die Temperatur lag bei 28°... 29°C. Es war heiß und dem entsprechend hart gestaltete sich der abschließende 10km Lauf, auf einer eckigen, mit zahlreichenden 90°C abzweigenden, 2,5km langen, Laufrunde. Das stramme Radfahren hatte mir doch ziemlich zu gesetzt und so lief es auf den ersten 2..3 km gar nicht rund. Schwere Beine und die Hitze machte es nicht leicht. Mit einer, in der Wechselzone bereitgelegte Wasserflache, musste ich zunächst „runder kühlen“. Anschließend lief es dann langsam besser ich konnte mein Tempo leicht steigern. Dass am Ende ein Laufsplitt von exakt 42 Minuten herauskam hat mich total überrascht. Damit hätte ich nie gerechnet.

Die lange Sommerpause hat mir offensichtlich „gut“ getan. Meine Zielzeit lag bei 2:21:52 Stunden, was Platz 26 in der 2ten RTV Liga und Platz 2 in der AK bedeutete. Ein für mich toller Erfolg für die bereits im Juni abgeharkte „Saison“. Fazit des Tages “Es kann auch mal weniger mehr sein“.                                                          (Bilder von Sandra Klöckner, hierfür Danke)
 

Dienstag, 26. Juli 2016

Der Lechweg Tag 7 "Wir sind angekommen"

Tag 7: Freitag, 01.07.2016: (Reutte - Lechfall)

(mas) Aufgabe des Tages 17 km, 300 Hm. Unser Frühstück war mal wieder sehr gut und die Bedienung wünschte uns einen schönen Tag. Das sollte er werden.
Die Wunder der Natur
Und wieder lacht die Sonne :-) Wer hätte das gedacht?
Ein Blick zurück auf Reute
Die ersten 6,5 km gehen wir auf dem Lechweg, dann über den Wanderweg weiter. Kilometer für Kilometer, ohne Pause. Man kommt in einen Flow, bei dem man nur noch einen Fuß vor den anderen setzt. Alles andere wird, ist unwichtig. Kurz vor Füssen kommen wir an einem Walderlebnispfad vorbei, in dem ein Baumwipfelpfad verläuft. Bernd ist hellauf begeistert. Ich biete ihm an, dass er ihn gehen soll und ich auf ihn warte. Irgendetwas reizt mich aber auch.
Baumwipfelpfad
Soll ich, oder nicht? Die Frau an der Kasse erlaubt es mir, die ersten 100 m zu testen. Mit wackeligen Beinen und Herzklopfen schaffe ich es und bin mir sicher, dass ich es machen will. Also zurück zur Kasse. Bernd fragt dann noch wie weit es bis zum Lechfall ist, weil wir den schon seit 125 km suchen.
Sie erklärt uns den Weg und wo wir unser Auto parken können. Aber nein, wir sind nicht mit dem Auto da. Wir sind den Lechweg gelaufen und gerade nach 7 Tagen hier angekommen. Die Frau ist so begeistert und zieht den Hut vor uns und freut sich aufrichtig mit uns. Diese Kommentare von ihr haben mich so sehr berührt. Erst jetzt wurde mir bewusst, was wir gemeinsam geschafft haben.

Manu in schwindelnder Höhe
Den Baumwipfelpfad in 20 m Höhe habe ich hinter mich gebracht und dabei ein echtes Glücksgefühl empfunden. Es hat mich so gefreut, dass ich das geschafft habe, trotz meiner Höhenangst. 

Die Grenze Ö-D überschreiten wir auf dem Baumwipfelpfad
Wow. Im Anschluss gingen wir durch den Auwald, ein Paradies für kleine und große Kinder. Wir kletterten über Holzstege und erfreuten uns an diesem Feen- und Elfenwald. Doch dann waren es nur noch 100 m bis zum Lechfall, dem Ende unserer Reise.

Voller Freude und Stolz sind wir die letzten Meter ganz bewusst gegangen. Das Rauschen des Wasserfalls wurde immer deutlicher zu hören. Auf der Plattform über dem Lechfall, hat es mich dann emotional so ergriffen, dass ich weinen musste. Wir hatten es geschafft!
Genuss Welt in Füssen

Ein fantastisches Gefühl! In Füssen kehrten wir in einem kleinen Café ein "GenussWelt". Wir belohnten uns mit Sekt und Kuchen, zogen unsere Wanderschuhe aus und waren glücklich. Die Besitzerin war so begeistert und hat sich so mit uns gefreut und sich geehrt gefühlt, dass wir bei ihr eingekehrt sind. Auch die war auch ein ganz besonderer Moment, der einen zum Nachdenken bringt.



Am Lechfall nach 7 Tagen und 125km
Unsere Ausrüßtung
Ich bin diesen Weg gegangen, ohne zu wissen, was auf mich zukommt. Schaffe ich es körperlich, mental? Doch darüber hatte ich mir ja von Anfang an keine Gedanken gemacht. Wir mussten durch Gewittereinbrüche, durch Regen, der die Wege fast unpassierbar machte und es teilweise sogar gefährlich werden ließ. Abgründe, steile Auf- und Abstiege, die meinem Körper alles abverlangten. Permanente Konzentration darauf, wo man den nächsten Fuß hinsetzen muss. Muskelzittern und Verzweiflung. Aber für mich war klar: Ich gehe diesen Weg. Ich habe damit angefangen und werde es auch beenden. Selbst ein verdrehtes linkes und ein dick angeschwollenes rechtes Knie am 4. Tag konnten mich von meinem Vorhaben nicht abbringen. 
Durch Kühlung und Umschläge war ein Weitergehen möglich. Nicht beschwerdefrei, aber erträglich. Eine leichte Abänderung der Route am letzten Tag tat ihr übriges dazu.Ich wollte, ich musste gehen.
Von der Einsamkeit, dem Einssein mit der Natur und allem was ist, dem bewussten Leben, einen Schritt nach dem anderen gehen. Morgens aufstehen, frühstücken, wandern bis zum nächsten Tagesziel, duschen, essen, Rucksack neu bestücken, schlafen. Jeden Tag in einer anderen Unterkunft. Eine völlig neue Erfahrung. Nur im Hier und Jetzt leben. Man benötigt nicht viel im Leben.
 Wichtig sind die Begegnungen mit Menschen, die einen berühren.
Kräfte und Willenskraft, die einen dazu bewegen, unvorstellbares zu bewältigen, von dem man nichts ahnte. 
Danke an alle himmlischen Wesen, die uns begleitet und beschützt haben. Danke allen Menschen, die uns mit ihren Aussagen bewusst werden ließen, was wir geschafft haben. Danke Bernd, dass du mich begleitet und in schwierigen Augenblicken geführt und gehalten hast. Danke an mich selbst. Im Herzen werde ich all die wundervollen Naturbilder, Momente und Erfahrungen aufbewahren.
We did it!
Lechweg 2016 - Vom Formarinsee zum Lechfall - 125 km in 7 Tagen. Reine Gehzeit 30 Stunden!!!
Geschafft, Prost

Das Original nur dem, dem das zu Teil wird!

Der Lechweg Tag 6

Tag 6: Donnerstag, 30.06.2016 (Stanzach - Reutte)
(mas) Aufgabe des Tages: 24 km, 190 Hm. Das Schlafen hat sich äußerst schwierig gestaltet, da es in unserer Unterkunft sehr hellhörig war. Die Bettdecke war so schwer, dass sie mich fast daran hinderte, mich umdrehen zu können. Während des Frühstücks fing es wie aus Eimern an zu schütten. Wir hatten uns für 9.30 Uhr mit Sandra und Thomas in der Ortsmitte verabredet. Für mich stand fest: Ich werde nicht mit dem Bus fahren. Ich werde laufen. Daraufhin war Bernd dabei: „Wenn du das willst, machen wir das so“. Wir machten uns mit Regenschirmen auf den Weg und erwarteten die beiden Mannheimer an der Bushaltestelle.

Ich glaube, wir waren die einzigen, die nicht den Bus genommen haben. Gut, dass wir uns so entschieden haben. Denn nach einiger Zeit war uns der Wetter-Gott gnädig und wir konnten sogar die Regenjacken ausziehen. Der Himmel wurde zunehmend blau, die Temperatur stieg, sodass wir sogar im Shirt gehen konnten. Es machte wieder soviel Freude unterwegs zu sein, die Natur zu genießen. An der Forchacher Hängebrücke machten wir kurz Rast. Weiter ging es vorbei an einem smaragdgrünen Baggersee. Und wie es schon zuvor war, wenn wir mit Sandra und Thomas unterwegs waren, verging die Zeit wie im Flug. Ruck zuck waren wir nach 13 km in Weißenbach, dem Etappenziel von Sandra und Thomas und somit unserem letzten gemeinsamen Wandertag. Aus diesem Grund nahmen wir zum Abschluss ein gemeinsames Mittagessen im Restaurant "Zum Lamm" ein. Gegen 14.10 Uhr verabschiedeten wir uns, mit dem festen Vorsatz, uns auf alle Fälle wiederzusehen. Es war eine wirklich tiefgehende Begegnung mit den beiden. Vielen Dank dafür.
Es war sehr lustig, aber es gab auch genügend Raum für sehr schöne Gespräche.Bernd und ich gingen und gingen und gingen. Unser Tempo war sehr hoch und außer Pippi-Pausen haben wir keine Rast eingelegt. Der Weg führte wieder am Lech entlang. Endlos lang in praller Sonne. Gegen 16.30 Uhr sind wir im Hotel "Zum Mohren" in Reutte nach 23,5 km angekommen. Beim Abendessen gewitterte es dermaßen, dass die Feuerwehr ausrücken musste.
Da wir uns heute von Sandra und Thomas verabschiedet hatten, kamen mir meine Gedanken, die ich zu Beginn der Wanderung hatte, wieder in den Sinn: Eigentlich wollte ich den Weg nicht mit anderen Wanderern gemeinsam gehen. Darauf hatte ich keine Lust.

Ich wollte den Weg genießen und wahrnehmen können. Mit Sandra und Thomas war es jedoch ganz anders. Es war von Beginn an so, als wären wir schon ganz lange gemeinsam unterwegs, mit und ohne Worte. Und ich weiß, die beiden empfinden genauso wie wir.
Ich bin so froh, es bis hierher geschafft zu haben. Nur noch ein Tag, dann sind wir am Ziel, in Füssen. Irgendwie ein komisches Gefühl. Jetzt aber gute Nacht.

Der Lechweg Tag 5

Tag 5: Mittwoch, 29.06.2016 (Elbigenalb - Stanzach)
(mas) Jetzt sind wir schon so weit gekommen, ich will es schaffen. Und siehe da, es geht mir besser und ich bin glücklich, den Weg wieder aufnehmen zu können. Wir treffen uns mit Sandra und Thomas und gehen die ersten Kilometer der Route zusammen. Danach trennen sich unsere Wege. Wir vereinbaren einen späteren Treffpunkt.
Kirche in Martinau
Sandra und Thomas
In der Nähe von Klimm kehrten wir in einem kleinen Gasthaus direkt an der Strecke ein. Hier bekamen wir frisch gebackenen Schokokuchen, der wundervoll schmeckte. An diesem Punkt hatten wir uns mit Thomas und Sandra nochmals verabredet. Als sie nach 45 Minuten Wartezeit nicht eingetroffen waren, machten wir uns wieder auf den Weg. Es war ein herrlicher Tag. Wir konnten die Natur und Gerüche besonders gut wahrnehmen, da wir uns nicht auf das Gehen konzentrieren mussten. 

In Martinau schauten wir uns noch eine kleine Kapelle an und jeder gab sich dort seinen Gedanken hin. Trotz der Probleme meiner beiden Knie habe ich die gesamte Strecke von 22 km zu Fuß zurückgelegt, zwar mit leicht abgeänderter Route, dennoch parallel zum Lechweg. Und wieder waren kühlen und Umschläge am Abend in der Unterkunft angesagt. Jetzt aber gute Nacht.

(bs) Aufgabe des Tages: 21 km, 300 Hm. Am Abend vor der längsten Etappe war erst einmal Pflege von Manu's Knien angesagt! Eispackungen und Voltarenwickel sollten helfen, sie wieder fit für den nächsten Tag zu bekommen. Ich studierte hingegen die Wanderkarte, um eine möglichst flache Strecke zu finden.
Manu ging es am Morgen, gottlob, deutlich besser und sie signalisierte ihr OK. Für das erste Teilstück verabredeten wir uns mit Thomas und Sandra. Und wieder, wie schon 2 Tage zuvor, hatten wir angenehme Unterhaltungen. Einfach toll die Beiden! Nach gut 1,5 Std. trennten sich unsere Wege bei Grießau, um uns noch mal später auf einen Kaffee in Häselgehr zu treffen. Wir folgten nun "stur" unserem Lechweg, immer einen Weg wählend, der dem Lauf des Flusses folgte. Meist auf festen Wanderwegen ging es durch Fichtenwälder, über große mit Blumen bedeckte Wiesen, durch die Ortschaften Klimm, Martinau und Vorderhornbach bis zum Etappenziel Stanzach. "Unser" Lechweg, am heutigen Tage auf festen Wegen, die weniger Aufmerksamkeit verlangten, schonte nicht nur Manu's Knie, er gab uns auch die Möglichkeit die Natur viel intensiver wahrzunehmen. Das Gehen wurde zum Genießen, die Schönheit der Natur wurde einem bewusster. Die ständige Anwesenheit des Flusses und die damit verbundenen unterschiedlichen Geräusche, das Gezwitscher der Vögel und das Rauschen des Windes verbanden sich mancherorts zu einer harmonischen Melodie. Mich überkam das Gefühl mal wirklich "weg zu sein." Die 22 km vergingen wie im Flug. Glücklich und zufrieden erreichten wir Stanzach.




Der Lechweg Tag 4

Tag 4: Dienstag, 28.06.2016 (Holzgau - Elbigenalb)
Hängebrücke über den Simmser Wasserfall
(mas) Aufgabe des Tages: 16 km, 580 Hm. Sie Sonne lacht, der Himmel ist blau. Auf der heutigen Route kann man eine Hängebrücke überqueren. 100 m lang und 200 m hoch. Wir beschließen, den Weg außen herum zu nehmen und schlagen die Richtung zum Simmser Wasserfall ein. Es geht mal wieder steil bergauf, wieder ca. 25 %. Wir können die Hängebrücke von unten sehen. Unvorstellbar für mich, darüber zu gehen. Es sieht aus, als würde sie freischwebend in der Luft hängen. Wenn man jedoch schwindelfrei ist, wird eine Überquerung sicherlich zu einem besonderen Erlebnis. Die Steigung will und will mal wieder nicht zu Ende gehen. Doch dann endlich ein Lichtblick. Aus dem Wald heraus werden wir mit einem besonderen Anblick belohnt. Eine Wiese voller Blumen und mit einem Weitblick, unvorstellbar. Ein Traum. Hier könnte ich ewig weiterwandern und Energie tanken. Viel zu schnell für mich geht es jedoch wieder in den Wald. Bergauf und dann alles wieder bergab. Leider war dieser Weg sehr schmal und direkt am Abgrund mit einigen Kehren. Meine Konzentration ließ nach und meine Knie schmerzten vom Abstiegen. Ich war heilfroh, als wir unten ankamen. Warum nur macht man so etwas, fragte ich mich.
Pause muss sein!
Nach kurzer Trinkpause ging ich etwas vor, orientierte mich am Schild nach Bach. Bernd folgte mir. Durch die körperliche und geistige Schwäche war mir gar nicht aufgefallen, dass wir direkt am Lech entlang wanderten. Ich weiß nicht ob Bernd es sofort registriert hat, oder ob er mir gut wollte. Ich hatte wohl für meinen Körper intuitiv den einfacheren Weg gewählt. Eigentlich hätten wir an der Gabelung links und nicht rechts gehen müssen. Aber viele Wege führen nach Bach. Dort angekommen machten wir in einem Wanderhotel Rast. Weiter ging es Richtung Elbigenalp, immer am Lech entlang. Etwa 1 Kilometer vor unserer heutigen Unterkunft machte mir mein linkes Knie dermaßen Probleme, dass ich kaum noch gehen und mich nur humpelnd fortbewegen konnte. Ich war ziemlich angeschlagen als wir unser Hotel „Alpenrose“ kurze Zeit später erreichten. Heilfroh, das Tagesziel erreicht zu haben, bestellten wir uns auf der Sonnenterrasse erst einmal etwas zu trinken: 1 Aperol Sprizz und 1 Radler für überaus günstige 12,80 Euro!!!
Danach unter die Dusche. Bernd rief derzeit bei der Rezeption an und bat um einige Eiswürfel zur Kühlung meiner lädierten Knie. Rauf aufs Bett und ordentlich gekühlt. Nach dem Abendessen nochmal das Gleiche. Anschließend mache ich mir Voltaren-Umschläge für die Nacht. Ich bat alle Engel, die Heilung zu unterstützen. Meinen Rucksack für morgen habe ich bereits gepackt, auch wenn Bernd nicht glaubt, dass ich weitergehen kann. Aber ich will morgen weitergehen und ich werde weiter gehen. Bernd hat sich noch mit Thomas ausgetauscht. Wir wollen uns morgen kurzschließen und besprechen wie es mit mir aussieht und dann eventuell noch mal zusammen gehen. Heute bin ich sehr betrübt, dieses ständige bergauf und -ab und die damit verbundene Konzentration aufrecht zu erhalten, bringen mich an meine Grenzen sowie das ständige bergab meine Knie überlastet. Das macht mir Stress, den ich bearbeiten muss. Jetzt aber gute Nacht.